FAQ: Websites für das iPhone gestalten
Nicht nur die User Experience ist zukunftweisend. Das iPhone ist auch eine kleine Revolution in der Geschichte des mobilen Webdesigns, denn es setzt auf Webstandards und CSS3. Wir
beantworten 16 Fragen für alle Webdesigner, die ihre erste Website für das iPhone gestalten. mehr ...
mehr aus Theory: Super XS: Die Barrierefrei-Checkliste / Accessibility nach Vorschrift: Wenn Web-Entwickler zu Bürokraten werden / Semantischer Code - Definitionen, Methoden, Zweifel
Valider Code ist nicht alles
Im aktuellen Entwurf der WCAG 2.0 fehlt weiterhin — wie kontrovers diskutiert wird — die Vorschrift, dass der Code validieren muss. Stattdessen gibt es eine recht umständlich formulierte Richtlinie, die vorschreibt, semantisches HTML zu verwenden:
1.3.1 Info and Relationships: Information and relationships conveyed through presentation can be programmatically determined or are available in text, and notification of changes to these is available to user agents, including assistive technologies. WCAG 2.0
G115: Using semantic elements to mark up structure and H49: Using semantic markup to mark emphasized or special text (HTML) WCAG 2.0 Quick Reference
Ist das schlimm? Kommt auf die Perspektive an. Denn eigentlich ist die Anforderung “verwende semantisches HTML” viel härter als die Anforderung “verwende valides HTML”. Bedeutungsvolles (semantisches) HTML zu schreiben ist die eigentliche Herausforderung bei der Entwicklung von hochwertigen und gut zugänglichen Websites.
Eine Website kann durchaus validieren und trotzdem nicht barrierefrei, plattformunabhängig, suchmaschinenfreundlich und zukunftsfähig sein.
So kann z.B. eine Website, die keine Überschriften oder Listen-Elemente verwendet, beim W3C-Validator prima abschneiden. Eine Website hingegen, die eine durchdachte Überschriften-Hierarchie verwendet und Listen geschickt einsetzt, fällt formal durch, weil sie ein leeres <span> beinhaltet.
Bei Barrierefreiheit geht es in erster Linie nicht um Validität, sondern um Zugänglichkeit. Ähnlich bei Webstandards. Hier geht es auch in erster Linie nicht um Validität, sondern um Qualität. Webstandards sind Techniken und Qualitätsrichtlinien, die nicht allein per Code-Validierungsprogramm maschinell überprüft werden können.
It is the idea of quality, not standardization, which provides the compelling argument for the Web Standards Project and for the W3C. Web Standards: it’s about quality, not compliance
Eine valide Website zu gestalten ist einfach. Nur die Formalien müssen stimmen. Alles muss richtig geschrieben sein. Alle Tags müssen an der richtigen Stelle auf und zu gehen. Ob allerdings der Code sinnhaft oder elegant geschrieben ist, ist völlig egal.
Eine semantische Website zu gestalten ist hingegen schwierig. Der Code muss bedeutsam strukturiert sein. Es müssen die HTML-Elemente verwendet werden, die den Inhalt am besten beschreiben. Stil und Grammatik sind hier maßgeblich, nicht nur die Rechtschreibung.
Es gibt also keinen Grund zu jammern, dass im WCAG2 keine Regel steht die lautet: “XHTML and CSS has to be valid” oder in W3C-Sprache “create documents that validate to published formal grammars.”
Die Richtlinie, die im aktuellen Entwurf der WCAG2 steht, ist viel anspruchsvoller als eine reine Validierungsrichtlinie.
Eins noch zum Schluss: Das soll nicht heißen, dass Websites nicht validieren sollten. Das sollten sie sehr wohl. Aber: Valider Code ist nicht alles und macht nur einen kleinen Teil einer qualitativ hochwertigen Website aus.
CNN beta: Die barocken Zeiten sind vorbei
CNN.com beta ist weniger ein Relaunch als ein gut durchdachtes Re-Alignment: Abgerundete Ecken, weniger Dekor, mehr Weißraum. Die Artikelaufbereitung mit der kompakten Darstellung der “Story-Highlights” im Listenformat, der klaren Einbettung von Multimedia-Inhalten und der einfachen “Next-Article”-Navigation ist bemerkenswert. Wie bei anderen kürzlich gerelaunchten amerikanischen Sites (nbc.com, ew.com, mtv.com) wirken die Inhalte fokussiert und großformatig. Den Nutzern wird weniger Masse vor die Füße gekippt. Den Sneak Preview kann man sich unter CNN.com beta anschauen.
Unterdessen in Deutschland: Eine deutsche Zeitung entdeckt das Fullsize-Format. Außer viel medialem Tamtam bedeutet diese Innovation einzig eine feste Seitenbreite von 990 Pixeln.
mehr im Blog: Go Samurai, go! Barrierefreiheit mit Sinn und Verstand / Webstandards-Helden und Script-Wizards gesucht / POSH: Wenn Websites zu Spice Girls werden / Warum Webstandards immer noch wichtig sind / Text, Hypertext, Web 2.0 und ich / / alle Blog-Einträge

